Anfang August flog ich von Berlin für ca. 90 Euro nach Stockholm Arlanda. Norwegian kann ich nur empfehlen: viel Beinfreiheit und angenehmes, gedämmtes Licht. Genervt vom Babygeschrei vor mir, beschloss ich in den nächsten 10 Jahren erstmal keine Mutter zu werden. Das angekündigte Wifi funktionierte leider auch nicht, was aber nicht so tragisch war, der Flug dauerte ja nur 1,5 Stunden. Mit dem Flygbussarna kommt man von Arlanda in ca. 40 Minuten in die Innenstadt für ca. 11 Euro.

Der erste Sommertag Stockholms

Stockholm besteht aus 14 Inseln und an meinem ersten Tag zeigte mir mein Kumpel, ein gebürtiger Stockholmer, seine Insel/Stadtteil Södermalm. Mir fiel gleich auf wie grün alles war und nie war man weit weg vom Wasser. Der Sommer in Stockholm war wohl bisher sehr regnerisch, was sich aber mit meiner Ankunft änderte. Es war perfektes Urlaubswetter und ich war froh der Berliner Hitze zu entfliehen. Bei angenehmen 24 Grad ärgerte ich mich etwas, dass ich mir eine lange Hose angezogen hatte, da es in der Sonne echt warm war. Wir machten also einen langen Spaziergang am Wasser entlang. Von der Sonne geküsste, waren die Leute noch einmal glücklicher und hübscher und sonnten sich auf der Wiese oder badeten. Es war gerade mal 14 Uhr. Fast wie in Berlin, dachte ich, niemand arbeitet. Im hippen Staddteil SoFo tranken wir Kaffee und schauten in ein paar Läden. Später erfuhr ich, dass diese für Schweden rekordverdächtige Hitze sogar als Schlagzeile in der Zeitung war. Ich hatte anscheinend den Sommer mitgebracht.

Danach zeigte mir mein Freund, das Haus, wo er aufgewachsen ist, mit dem wohl schönsten Garten und Ausblick in Stockholm. Im Cafe Fjällgatans Kaffestuga (Fjällgatan 37) nebenan, wo er in seiner Schulzeit jobbte, bekamen wir einen Thunfischsalat und Lachsbrötchen geschenkt. Wir ließen uns also im Garten mit ein paar Drinks nieder und verspeisten unser Mittagessen.


Wir besuchten dann noch kurz das Moderna Museet (Museum für zeitgenössiche Kunst), Freitags von 18-20 Uhr ist der Eintritt in die Dauerausstellung kostenlos.

Wie man beim Essen einkaufen sparen kann

Abends gab es Tortellini mit Pfifferlingen (sehr schwedisch) und am zweiten Tag machte ich zum Mittagessen Kimchi Pancakes (Rezept hier) mit Kimchi, den die Stiefmutter meines Freundes aus Südkorea mitgebracht hatte. Wenn man im Supermarkt einkaufen geht, kann man wirklich viele Kosten sparen. Alternativ kann man sich auch von Kanelbullar (Zimtschnecken) ernähren, die kosten nur 1 Euro im Supermarkt.

Open Air mit schönen Menschen

Nach ein paar Drinks am Wasser sind wir nachmittags auf eine Open Air Party ins Trädgarden. Der Eintritt hätte ca. 16 Euro pro Person gekostet, aber dank guter Überzeugungskünste meines Freundes kamen wir zu fünft umsonst rein. Vom Stil her erinnerte mich die Party ein bisschen an Sisyphos, nur mit schöneren Menschen, die nicht seit zwei Tagen wach sind. Mein Kumpel warnte mich schon vor, dass Alkohol wahnsinnig teuer in Schweden ist, daher kaufte ich vor Abflug im Duty Free je eine Flasche Wodka und Korn. Einen Teil davon schmuggelten wir mit in den Club um dort nicht Bier für 6 Euro kaufen zu müssen.

Techno Open Air im Wald

Die folgenden Photos entstanden am Morgen danach. Eine Stunde vor Sonnenaufgang erreichten wir ein Techno Open Air im Wald, irgendwo außerhalb von Stockholm. Wir tanzten stundenlang und ich lernte so viele Schweden kennen, dass ich mir irgendwann unsicher war, ob sie mir schon vorgestellt worden waren oder nicht. Insgesamt waren alle Leute, die ich kennengelernt habe, sehr offen und freundlich. Mein Kumpel erzählte mir, dass es für Ausländer einfacher ist Kontakte zu knüpfen, als für Zugezogene in Stockholm. Gruppenbildung ist normal und es ist schwer Anschluss zu finden. Davon merkte ich zum Glück als Berliner Besuch wenig. Langsam wärmten die Sonnenstrahlen des anbrechenden Tages unsere müden Körper.

Das auf dem letzten Photo ist mein Taxifahrer (no shit). Ich war ein bisschen verwirrt als ich gegen 9 Uhr Morgens zwei Typen mit Papageien auf den Schultern über den Weg lief, aber als sie uns dann ein Taxi zurück in die Stadt anboten, hat auf einmal alles Sinn gemacht. War auch höchste Zeit zu gehen, es gab nämlich kein Wasser mehr zu kaufen, sondern nur noch Bier. Anstatt zu schlafen, legten wir uns in den Park ans Wasser und aßen den ganzen Tag Pizza.

20293728028_317ac4c6df_h

Wie ich mein Geld einfach nicht los wurde

Man hört ja immer, dass Stockholm so teuer sei. Wahrscheinlich ist es das auch, aber in meinen vier Tagen dort war es wirklich schwer für mich meine abgehobenen 1000 Kronen (ca. 100 Euro) auszugeben. Leicht erschrocken stellte ich also am letzten Tag fest, dass ich noch fast 50 Euro hatte, obwohl ich sogar das Taxi am Vortage bezahlt hatte. Ich musste also shoppen gehen. Im Supermarkt kaufte ich ein paar essbare Mitbringsel (Goji Beeren, Lakritzschokolade), bei Monki ein Oberteil und Postkarten. Besonders gut gefallen haben mir der Filippa K Second Hand Store (Hornsgatan 77), Papercut (Krukmakargatan 24) für Magazine, Kunstbücher u.ä. und die ganzen Second Hand Stores, z.B. Judits (Hornsgatan 75), Emmaus (Peter Myndes backe 8), Beyond Retro (Brännkyrkagatan 82) usw.

Letzter Tag und Abreise

Mit immer noch 20 Euro im in Portemonnaie fuhr ich zum Flughafen, kaufte mir da Blaubeerlakritz und eine Tasse zum Andenken und weil ich mein Restgeld wirklich endlich loswerden wollte. Das Krabbenbrötchen für 16 Euro am Flughafen verdeutlichte mir nochmals, dass ich wirklich Glück gehabt hatte so wenig Geld ausgeben zu müssen, wahrscheinlich weniger als an einem Wochenende in Berlin. Meine Zeit im schönen Stockholm war zu Ende. Freunde zu besuchen, die einem ihre Heimatstadt zeigen, ist wirklich das Beste. Wir sind sehr viel gelaufen und haben jeden Tag gekocht. Ich bin nicht in die Fotografiska gegangen, weil mein Kumpel meinte die Ausstellungen dort sind scheisse und da er in der Galerieszene arbeitet, kennt er sich wahrscheinlich aus. Ich habe keinen Fuß in die touristische Altstadt gesetzt und trotzdem wunderschöne Sachen gesehen. In Gegenwart der schönen Schweden, der guten Luft und der üppigen Natur bin ich wahrscheinlich selbst ein bisschen schöner geworden. Und voller schöner Erinnerungen kehrte ich zurück nach Berlin. Dieses Mal ohne Babygeschrei.

Wofür hab ich nun Geld ausgegeben?

Kosten: Flüge mit Norwegian 90 Euro, Wodka und Korn beim Duty Free 25 Euro, Ausgaben vor Ort 100 Euro = 215 Euro für 4 Tage

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.