Für mich ist Rom lila. Lila wie die Blütenblätter, der Bäume, die überall in voller Blüte standen. Warm, wie die Sonne, die ich in Berlin monatelang so vermisste. Und erfrischend wie das ganze Eis, mit dem ich mir Tag ein, Tag aus den Bauch voll schlug. Ich habe nie erwartet so begeistert vom Rom zu sein. Jede Straße ein kleines Kunstwerk, mindestens zehn Mal am Tag sage ich meiner Freundin, wie wunderschön doch alles hier sei. Und vom Essen kann man gar nicht genug schwärmen, jeden Tag Pizza, Pasta und Gelato. Eine Woche verging wie im Flug, da es zahlreiche Aktivitäten gibt und vor allem so viel gutes Essen! Ob für einen Kurztrip, ein Semester oder für immer – Rom ist auf jeden Fall eine Stadt, in der ich leben könnte.

Rom erblüht
Frühlingsanfang in Rom
Trevi-Brunnen

1. Tag: Ankunft und Espresso

Easyjet brachte uns früh am Morgen nach Rom. Vom Flughafen nahmen wir den öffentlichen Bus 720 zur U-Bahnstation Laurentina, das ist nämlich günstiger als ein Flughafenbus direkt in die Stadt. Im Airbnb wurden wir vom aufgeregten Hund des Hausherrn erwartet. Nachdem wir unsere Sachen abgestellt haben, machten wir uns sofort auf die Stadt zu erkunden. Das Fulmini e Saette (Via Gaspare Gozzi 83) an der Ecke sollte in den nächsten Tagen unser Stammcafé werden, getrunken wird dort wie überall in Italien Espresso am Tresen, zu Tiefstpreisen, die unsere Herzen höher schlagen ließen.

Unsere erste Station war das Forum Romanum, die wichtigste Ausgrabungsstätte des antiken Rom. Da vor dem Kolosseum eine lange Schlange war, entschieden wir uns den Besuch auf den nächsten Tag zu legen, wenn wir ausgeschlafen hatten. Das Eintrittsticket (12 Euro) umfasst das Forum Romanum, Kolosseum und den Palatin und gilt für zwei Kalendertage damit man nicht hetzen muss. Den nächsten Kaffee tranken wir bei Sant‘ Eustachio Il Caffè (Piazza di San Eustachio 82), dem ältesten Café der Stadt. Vorsicht, in touristischen Cafés zahlt man, wenn man sich hinsetzt, pro Person coperto, welches die günstigen Kaffeepreise schon mal übersteigen kann. Nach dem Genuss des herrlichen Kaffees, schauten wir uns um die Ecke den 2000 Jahre alten Pantheon mit seiner gewaltigen Kuppel an und liefen auch am schönen, wenn auch überfüllten, Trevibrunnen vorbei.

Nachmittags machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang in der Villa Borghese, einer meiner absoluten Lieblingsparks (einer meiner Favoriten ist auch der Parc de Tête d‘Or in Lyon), aßen Gelato und genossen es die wunderschöne Stadt einfach, bevor wir abends zu Eataly (Piazzale 12 Ottobre 1492) fuhren, einem riesigen Feinkostgeschäft, wo man u.a. sehr gut Souvenirs kaufen oder auch Abend essen kann, z.B. bei Il Bosco Umbro di Paolo Trippini. Müde aber glücklich fielen wir nach dem Essen ins Bett.

Forum Romanum
Ausblick vom Forum Romanum
Kolosseum

2. Tag: Kolosseum, Sixtinische Museen und Aperitivo

Gleich nach dem Frühstück stellten wir uns an der Hauptattraktion Roms an, am Kolosseum. 40 Minuten warten ist gar nicht so wild, wenn die Sonne angenehm scheint und man nach einem langen Winter über jeden Strahl Vitamin D froh ist. Früher fanden dort Gladiatorenspiele statt und manchmal wurde das Stadion sogar für Wasserspiele geflutet. Kann man sich heutzutage kaum vorstellen.

Nach dem Kolosseum klapperten wir die nächste Hauptattraktion ab, die Vatikanischen Museen (Eintritt 16 Euro) mit der berühmten Sixtinischen Kapelle, wo man Michelangelo’s Deckenfresko bewundern kann. Auch die Seitenwände sind von keinem anderen als Boticelli und diversen anderen alten Meistern der Renaissance. Am meisten gefallen hat mir die reich verzierte Galerie der Landkarten, die Galleria delle carte geografiche. Am besten besucht man den Vatikan Dienstags (Montags ist es voll, weil am Wochenende geschlossen ist) oder Donnerstags (Mittwochs ist Papstaudienz). Man sollte sich nicht von den Guides bequasseln lassen, die einem eine teure Tour andrehen wollen, weil die Schlangen angeblich soo lang sind. Wir wimmelten den aggressiven Touristenführer ab und liefen schnurstraks direkt zur Kasse – keine blasse Spur einer Schlange.

Abends gingen wir zum Aperitivo ins Doppiozeroo (Via Ostiense 68). Aperitivo ist eine norditalienische Tradition, bei der man, wenn man einen Drink bestellt von einem Buffet voller Leckereien essen kann. Ich hoffe, die Aperitivo Kultur schafft es irgendwann auch nach Deutschland. Macht eigentlich auch voll Sinn, wenn die Leute salzige Snacks essen, werden sie durstig und bestellen mehr Getränke. Ein Win-win für alle. Zuhause schauten wir nach dem Abendessen noch den Film Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday) mit Audrey Hepburn und Gregory Peck. Die eine oder andere Attraktion, an der wir in Rom vorbei gelaufen waren, erkannte ich bereits wieder.

Kolosseum
Vatikanische Museen
Treppe in den Vatikanischen Museen

3. Tag: Totenköpfe, Petersdom und Trastevere

Den dritten Tag starteten wir eher düster mit dem Besuch im Kapuzinerkloster, Convento dei Frati Cappuccini. Neben einer Ausstellung über das Leben der Kapuziner, befindet sich in der Krypta das eigentliche Highlight des Klosters: Verzierungen und Kunst aus Totenköpfen und Menschenknochen. (Eintritt 8,50 Euro)

Mit Gelato in der Hand schlenderten wir Mittags durch das wunderschönen Viertel Quartiere Coppedè und fanden uns schließlich zum Mittags-Aperitivo im Momart Restaurant Cafè (Viale Ventuno Aprile 19) ein. Auch hier bestellt man sich ein Getränk und kann dann vom fantastischen Buffet essen.

Nach dem ausgiebigen Mittagessen, stellten wir uns am Petersdom an. Wir standen zwar eine Stunde lang an, aber wurden mit der tollen Aussicht von der Kuppel belohnt. (Eintritt 6 Euro)

Rom ist einfach eine wunderschöne Stadt, in der man einfach eine Ewigkeit mit Rumlaufen und Anschauen verbringen könnte, denn an jeder Ecke steht ein antikes Monument, jede zweite Straße birgt eine tolle Osteria. Besonders schön ist auch das Viertel Trastevere. Nach einem ausgiebigen Spaziergang, aßen wir im Fischrestaurant Cooperativa dei Pescatori (Vicolo della Luce 2) und so ging schon der dritte Tag in der italienischen Hauptstadt zu Ende.

Auf dem Petersdom
Trastevere
Straße in Trastevere

4. Tag: Parks und Statuen im Elektrizitätswerk

Am vierten Tag besuchten wir den wunderschönen Park Giardano Aranci, vom dem man einen bezaubernden Ausblick auf die Stadt hat. Danach verabschiedete ich mich von meiner Freundin, sie musste nach Hause, während ich noch ein paar Tage länger blieb – es hat leider nicht jeder so viel Zeit wie ich. Ich besuchte dann allein den Centrale Montemartini, ein super cooles Museum in einem ehemaligen Elektrizitätswerk, wo antike Skulpturen vor riesigen Dieselmotoren präsentiert werden. Und das beste an der ganzen Sache: kaum andere Touristen verirren sich dahin! (Eintritt 4,50)

Abends zog ich dann um zu meiner Freundin und alten Mitbewohnerin, die Modedesign an der Accademia Italiana studierte. Sie zeigte mir den tollen Sandwichladen Angrypig Birretta e Porchetta (Via Tunisi 38). Mir läuft jetzt noch das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an das Porchetta-Sandwich denke.

Centrale Montemartini
Centrale Montemartini
Centrale Montemartini
Sandwiches bei Angrypig

5. Tag: Antike und moderne Kunst, Shopping und Filmfestival

Da ich heute allein unterwegs war, konnte ich den Tag ganz nach meinem Belieben gestalten und die Stadt in meinem etwas schnellerem Tempo erkunden. Ich schaute also zuerst bei Michelangelos Moses, eine der wichtigsten Statuen der Hochrenaissance, in der Kirche San Pietro in Vincoli (Piazza di San Pietro Vincoli 4) vorbei, nach der Decke in der Sixtinischen Kapelle und der Erschaffung Adams ein weiteres Werk von Michelangelo in Rom. Danach ging ich ins MAXXI, Italiens erstes Nationalmuseum für moderne Kunst. Designerin des Bauwerks ist keine andere als Zaha Hadid. (Eintritt 12 Euro) Doch nicht nur die Architektur des Museums kann sich sehen lassen, die Ausstellungen dort laden auch zum mehrstündigem Verweilen ein.

Am Nachmittag ging ich zum Blackmarket San Lorenzo (Via dei Sardi, 50), wo es super günstige Klamotten gibt. Allerdings ist auch 90% davon Müll. Mit etwas Glück fand ich dann aber doch einen coolen Jeansrock für 1 Euro, den ich abgeschnitten noch heute gern trage. Ein Besuch im Dario Argento Fanstore Profondo Rosso Store (Via dei Gracchi, 260) ist Fans von Horrorfilmen zu empfehlen, dort kaufte ich ein Shirt vom Film Profondo Rosso und stärkte mich danach mit Pizza und Gelato in der Pizzeria Del Teatro (Vicolo di S. Simeone, 70) und nebenan in der Gelateria del Teatro (Via dei Coronari, 65/66).

Abends schaute ich kostenlos einen Film beim Irish Film Festival in der Casa del Cinema im Park Borghese. Es lohnt sich vorher auf der Website zu checken was los ist, dort gibt es öfter Events wie Filmfestivals.

MAXXI – Museo nazionale delle arti del XXI secolo
Tropisches Feeling im April
Konstantinsbogen
Park Villa Borghese

6. Tag: Pasta und Abflug

Am letzten Tag blieb mir nicht so viel Zeit bis zum Flug . So besuchte ich noch ein letztes Mal meine Freundin an der Uni und schaute ihr über die Schulter, wie sie an ihrer eigenen Modekollektion arbeitete. Bei Pasta Imperiale (Via dei Coronari, 160) holten wir uns super leckere und günstige Pasta to go und teilten uns ein Tiramisu. Danach musste ich leider meinen Rückweg antreten. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es nicht allzu lang dauern wird bis zu meinem nächsten Besuch in der ewigen Stadt!

Spaziergang entlang des Tiber
Castel Sant’Angelo
Brunnen in der Villa Borghese

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