„Seid ihr auch für das Festival gekommen? Es war so viel los in der Stadt!“ Nein, wir verpassten das Nos Primavera Sound Festival knapp, aber das war ganz gut so. Denn uns gefiel das verschlafene Porto mit seinen vielen Hügeln, dem launischen Wetter, den neugierigen Bewohnern und 1,50 Euro Cappuccinos auch so ganz gut, sogar besser als Lissabon. „Porto is the dark, grungy little sister of Lisbon“, meinte eine unserer Gastgeberin. Recht hatte sie. Wir verbrachten vier Tage in der nordportugiesischen Stadt am Alto Douro, eine der ältesten Weinbauregionen, die seit 2001 zum UNESCO-Welterbe gehört. Fast hätten wir sogar unseren Flug nach Deutschland verpeilt. Gut, dass ich nochmal das Datum checkte, denn unser Abflug war einen Tag früher als gedacht. Vom Airbnb Gastgeber gab es sogar Geld zurück für die letzte Nacht, so nett!

Ausblick von unserer Unterkunft in Trindade
Platz in Porto
Häuserfassaden und blauer Himmel

Wo man in Porto gut essen kann

Meine Lieblingsbeschäftigung in jeder Stadt ist Essen und dieses Mal habe ich dank eines portugiesischen Freundes eine lange Liste mit Insidertipps bekommen, die wir nach und nach abgeklappert haben. Das Restaurante O Buraco (Rua do Bolhão 9) ist ein typisch portugiesisches Restaurant, wo wir das Nationalgericht Bacalhau, Stockfisch, probiert haben. Bei Bufete Fase (Rua de Santa Catarina 1147) gibt es das beste Francesinha, Portos ultimatives Hangoverfood: ein mit Käse überbackenes Sandwich in einer Tomaten-Biersauce. Dazu trinkt ihr am besten ein Super Bock Bier. Klingt heftig? Ist heftig. Also am besten teilen, wenn ihr noch vorhabt mehr zu essen. Der Mercado do Bolhão (R. Formosa 214) ist der schönste und größte Lebensmittelmarkt Portos. Dort haben wir Tintenfischsalat gegessen. Im Conga (Rua do Bonjardim, 314-318) gibt es die besten Bifanas der Stadt, Sandwiches mit Schweineschnitzel. Bei Casa Guedes (Praça dos Poveiros 130) probiert ihr am besten die Sandes de carne assada, Sandwiches mit Schweinebraten. Wer von portugiesischem Essen genug hat, kann im Restaurante Casa D`oro (R. do Ouro 797) Pizza essen gehen. Bei Candelabro (Rua da Conceição 3) könnt ihr den Abend mit Drinks ausklingen lassen. Schaut auch unbedingt im stilvollen Café Vitória (Rua de José Falcão) vorbei, das Cafe hat einen kleinen Garten und gehört einem Freund meiner portugiesischen Freunde in Berlin. Zwei wunderschöne Abende verbrachten wir bei Retiro dos Carvalhos (R. Estreita de Lóios 7), ein kleiner Geheimtipp, den wir fanden, als wir Unterschlupf vor dem Regen suchten. Der Inhaber Fernando versorgte uns mit Essen und goß uns immerzu Portwein nach. Wir fanden es dort so herzlich, dass wir direkt am nächsten Tag wiederkamen.

Oktopus-Salat auf dem Bolhão Markt
Blick auf Porto und Ponte Dom Luís I
Streetart in Porto
Uferpromenade Cais de Ribeira

Was man in Porto sonst noch machen kann

Wie in jedem Urlaub sind wir einfach viel rumgelaufen und haben so die wunderschöne Stadt entdeckt. Überall sieht man Gebäude mit Azulejos, den typischen Keramikfliesen. Ich liebe es ja in Buchläden zu stöbern und die Livraria Lello (R. das Carmelitas 144) ist definitiv eine der schönsten und ältesten, in der ich je war. Dort hat sich bereits J. K. Rowling für Harry Potter inspirieren lassen. Vom Jardins do Palácio de Cristal hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Lauft zur Ponte Dom Luís, der Eisenbahnbrücke über den Douro, die Porto mit der Vila Nova de Gaia verbindet. Nach der Überquerung der Brücke könnt ihr euch in einer der historischen Portwein-Kellereien für eine Verkostungen anmelden, zum Beispiel bei Sandeman.

Blick auf Porto von Vila Nova de Gaia
Häuser in Porto
Portos Dächer

Wie teuer ist ein Trip nach Porto?

Gabelflug von Deutschland nach Lissabon und von Porto nach Deutschland zurück mit Ryanair ca. 80 Euro, Bus von Lissabon nach Porto 19 Euro (Dauer ca. 3,5h), Airbnb 50 Euro für 4 Nächte

Altstadtviertel Ribeira
Douro, der drittlängste Fluss der iberischen Halbinsel
Blick vom Ponte Dom Luís

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