Meknès ist eine von Marokkos vier Königsstädten, liegt aber im Schatten der bekannteren drei Städte Fès, Marrakesch und Rabat. Dabei ist gerade Meknès ein idealer Ausgangspunkt für eine Marokko-Reise, denn dort kann man entspannt durch die Gassen schlendern ohne ständig angesprochen zu werden.

Stadttor Bab Mansour
Terrasse vom Cafe Restaurant Place Lahdim

Ankunft in Marokko

Nach Ankunft am Flufhafen Fès Saïss teilten wir uns ein Taxi nach Meknès und erreichten nach 40 Minuten den Place Lahdim. Den ersten Hunger stillten wir mit einer Tajine (traditionelles marokkanisches Gericht gekocht in einem Lehmtopf) und Minztee auf der Terrasse des Cafe Restaurant Place Lahdim. Süßer Minztee, am besten mit viel Schaum, wird uns in diesem Urlaub stets begleiten, er ist das Lebenselixier der Marokkaner. Am Anfang beschweren sich alle über die Süße des Tees, am zweiten Tag wird schon nachgesüßt. Die Terrasse gewährt einen großzügigen Blick auf den geschäftigen Platz, wo man Schlangenbeschwörer, Männer mit kleinen Affen und sogar einen Strauss sieht. Der Verwalter unserer Unterkunft holt uns ab, weil wir das Airbnb in dem Labyrinth aus engen Gassen nicht finden würden, auf Googlemaps kann man sich in der Medina kaum verlassen. Unsere Unterkunft ist eine Ruheoase mit kleinem Hof auf dem Orangenbäume stehen. Nachts ist es noch sehr kalt im März, tagsüber angenehme 22 Grad. Abends wärmen wir uns am Ofen. Am nächsten Morgen wird uns ein typisches marokkanisches Frühstück serviert: frittiertes Brot mit Marmelade, Orangensaft und Minztee. Frühstück ist bei den meisten Airbnbs im Preis inbegriffen.

Unser Innenhof
Medersa Bou Inania

Spaziergang durch Mèknes

Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg zur Madrasa Bou Inania, eine historische Koranschule mit prächtig verzierten Innenhof, farbenfrohen Mosaiken und kunstvollen Schnitzereien an Decken und Türen. Nach dem Besuch und einem Spaziergang durch die Souks treffen wir Khaled am Stadttor Bab Mansour, mit dem ich am Tag zuvor über die App Showaround (die ich wirklich sehr empfehlen kann! Viele Einheimische möchten gerne Leute aus dem Ausland kennenlernen und bieten sich kostenlos als Guide an) ein Treffen ausgemacht hatte. Khaled ist gebürtiger Marokkaner und möchte uns sein Mèknes zeigen. Er spricht fließend Deutsch und sein Traum ist es später mal in Deutschland zu studieren. Leider ist es für Marokkaner sehr schwer ein Visum für Deutschland zu bekommen, er hat sich daher einen Anwalt genommen. Wir machen mit ihm eine langen Spaziergang durch die Stadt, besuchen den alten Getreidespeicher Heri Sounani, der an warmen Tagen Schatten spendet, lassen uns auf den Bänken vor dem großen Agdal Wasserbecken nieder und reden über Marokko und Deutschland.

Heri es-Souani
Häuser in Meknès
Laden in Meknès

Hausgemachtes Essen ist das beste Essen

Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg zu seiner Wohnung, wo Khaleds Mama für uns gekocht hat. Nach dem Essen zeigt sie uns in der Küche noch wie man den typischen Minztee zubereitet. Sie legte die Messlatte mit ihrem fantastischen Essen und überragenden Gastfreundlichkeit (Khaled meinte zu seiner Mama wohl nur: „Morgen kommen vier Leute aus Deutschland zum Mittagessen vorbei.“) sehr hoch und ich muss sagen, dass diese Mahlzeit an unseren zweiten Tag in Marokko im weiteren Verlauf der Reise nicht übertroffen wurde. Nachdem wir nacheinander ins Fresskoma fallen, fragt uns Khaled, ob wir nicht eine Siesta bei ihm machen wollen. Gar nicht so abwegig.

Brathähnchen mit Linsenfüllung
Seffa: marokkanische Süßspeise mit Fadennudeln

Ein Besuch im Hamam

Nach dem ausgiebigen Mittagessen bei Khaled, gehen wir ins Hamam, Männer und Frauen natürlich getrennt. Wir sahen wohl ziemlich hilflos aus, denn sofort eilten uns einige Frauen zur Hilfe  und erklärten uns, wie man sich erst mit der schwarzen marokkanischen Seife, Savon Noir, einschmiert, diese einwirken lässt und sich dann abspült. Dann kommt eine vollbusige, oberkörperfreie Frau, die mein Gesicht an ihren Busen nimmt und Stück für Stück meine alten Hautschichten abrubbelt. Das Mädchen neben mir seift mir Kopf und Rücken ein und teilt auch ihre Nektarinen mit mir. So ein freundliches Volk, die Marokkaner. In Deutschland würde man erstmal angemotzt werden, wenn man die Sauna Etiquette nicht kennt. Entspannt und mit ein paar Hautschichten weniger verlassen wir das Hamam, wir hinterlassen der Bademeisterin ein Trinkgeld von 25 MAD.

Am nächsten Tag nehmen wir den Zug nach Marrakesch, die Karten kaufen wir direkt am Bahnhof. Uns hat es in Mèknes ausgesprochen gut gefallen und ich würde jedem Marokko-Reisenden empfehlen eher Mèknes als Fès zu besuchen. Gern gebe ich euch auch Khaleds Kontakt, er freut sich über jeden Besucher und hat uns schon angeboten, dass wir und unsere Freunde jederzeit bei seiner Familie unterkommen können.

Orangenbäume
Straße in Meknès
Bahnhof Al Amir Abdul Kader

Was Mèknes gekostet hat

2 Nächte im Airbnb inkl. Frühstück 33 Euro, Taxi von Fès nach Mèknes 10 Euro, Essen am Ankunftstag, Dessert, Snacks, Wasser 21 Euro (wir haben eigentlich nur eine Mahlzeit bezahlt in der ganzen Zeit, Khaled hat uns eingeladen und nach dem Festessen waren wir den Rest des Tages satt), Eintritte Madrasa Bou Inania + Heri Sounani 2 Euro, Souvenirs 2 Euro, Hamam 4 Euro, Taxi zum Bahnhof 2 Euro = 74 Euro für 2 Tage

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