Flug und Ankunft in Island

Eine Islandreise steht ja auf jeder Bucket List und dank Billigfliegern wie WOW air kommen jetzt auch Normalsterbliche preiswert dorthin. Ich muss zugeben, dass ich vor der Islandreise nicht der größte Naturfan war. Das änderte sich aber schlagartig, als ich isländischen Boden bzw. Moos und Vulkansand betrat. Die Landschaft ist einfach nicht von dieser Welt. Auf der Rückbank des Autos sitzend, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus: rote Landschaften wechselten sich ab mit grünem Moosboden und schwarzen, vulkanischem Gestein. Ab und zu blitzte türkisfarbenes Gewässer hervor. Ich hatte so etwas noch nie in meinem Leben gesehen. Und die ganzen Wasserfälle, Geysire und Regenbogen. Einfach unbeschreiblich.

Der 3,5 stündige Flug mit WOW air verlief problemlos und war auch verhältnismäßig komfortabel. Nach der Landung holten wir gleich unseren Mietwagen ab und machten uns sogleich schon auf den Weg in unsere erste Unterkunft auf dem Land, zu der wir etwas über eine Stunde brauchten. Natürlich weiß man schon vorher ein bisschen worauf man sich einlassen wird, denn es wird ja immer gesagt, dass es vor Ort wahnsinnig teuer und kalt ist. Wir beschlossen daher unsere wärmsten Klamotten mitzunehmen, sowie Lebensmittel aus Deutschland (Tee, Müsli, Brot, Schokolade). Im Duty Free kauften wir zusätzlich Baileys, Gin und Wodka – Alkohol wärmt ja auch bekanntlich. Das Leitungswasser kann man trinken, da spart man also Geld. Und unser erster Stop mit dem Mietwagen war beim erstbesten Supermarkt, den wir von der aus Autobahn aus entdecken konnten. Dort deckten wir uns mit Lebensmitteln wie Milch, Butter und Skyr (isländischer proteinreicher Joghurt) ein. In der nächstgrößten Stadt nahe der Unterkunft aßen wir bei Hendur í höfn (Unubakka 10-12, Þorlákshöfn) Pizza mit Hummer (ca. 15 Euro). Schon von Anfang an fällt uns auf, wie wenig befahren Islands Straßen sind. Es gab kaum Gegenverkehr. Das Wetter war während der Reise wechselhaft. Meistens regnete es zum Glück, wenn wir gerade im Auto waren. Sobald wir draußen waren, kam die Sonne zum Vorschein.

Landung mit WOW air
Mit dem Mietwagen durch Island
Blick von unserer abgelegenen Unterkunft auf dem Land
Wasserfall Skógafoss
Frost

Wasserfälle und Regenbogen

Nach einer erholsamen ersten Nacht in unserer Hütte ohne Internet, Digital Detox ist wohl der hippe Begriff heutzutage, begann der eigentliche Roadtrip. Nach 25 Minuten Fahrt erspähten wir schon den ersten Wasserfall und legten einen Stop beim Seljalandsfoss ein. Ganz dicht kann man bis unter den Wasserfall gehen. Später stoppen wir noch am imposanten Wasserfall Skógafoss. Von einer erhöhten Aussichtsplattform hat man eine tolle Sicht. Nach ca. 1 Stunde und 45 Minuten Weiterfahrt erreichten wir dann den mystischen schwarzen Sandstrand Reynisfjara. Der vulkanische Strand und die beeindruckenden Gesteinsformationen waren ein magischer Anblick.

Island in merkwürdigen Fakten

Meinen Recherchen zufolge wohnen in ganz Island grad mal etwas mehr Leute als in Chemnitz. Dafür gibt es doppelt so viele Schafe. Es gibt weder Armee, noch Mücken, Bäume oder individuelle Nachnamen. Braucht ja auch kein Mensch. An den Namen des Vaters wird einfach -dottir für Mädchen oder -son für Jungs angehangen. Bier ist erst seit 1989 legal. Dafür liegt die Alphabetisierungsrate bei 100 Prozent, das heißt, jeder! kann lesen und schreiben in Island. Vielleicht schreibt deswegen jeder zehnte Isländer in seinem Leben ein Buch. Die kreative Szene ist am boomen, jeder in einer Band oder anderweitig künstlerisch begabt. Um Inzucht zu vermeiden, gibt eine Webseite, die einem anzeigt, ob man miteinander verwandt ist. In so einem kleinen Land kann das ja schon mal möglich sein. Aus den Duschen riecht das warme Wasser nach faulen Eiern durch den Schwefelgehalt. Und kurioserweise werden Babys warm eingepackt draußen geparkt, während ihre Eltern im Cafe sitzen.

Wasserfall Seljalandsfoss
Regenbogen und Troll
Aussichtsplattform
Am schwarzen Strand Reynisfjara
Landschaft bei Reynisfjara
Reynisfjara
Unter dem Wasserfall Seljalandsfoss
Skógafoss

Vulkane, Geysire und Wasserfälle

Am dritten Tag fuhren wir zur beliebten Golden Circle Route. Wir waren froh, dass wir einen Mietwagen hatten, denn eine Tagestour hätte ganze 55 Euro gekostet. Der Geysir Strokkur, einer der ältesten aktiven Geysire und Wasserfall Gullfoss gehören zu den Attraktionen auf der Golden Circle Route. Die Wunder von Mutter Natur sind vollkommen gratis zu bestaunen. Zur Stärkung aßen wir Lammsuppe im Gullfoss Restaurant. Bei Suppen wie auch Getränke heißt es zum Glück free refill. Das freut das Portmonnaie. Während wir den mächtigen Wasserfall Gullfoss bestaunten, ging mein Kumpel zwei Stunden Reiten (ca. 60 Euro). Interessanterweise dürfen Islandponys, wenn sie einmal das Land verlassen, nicht wieder einreisen damit die Rasse rein gehalten wird.

Wenn man die Golden Circle Tour macht, lohnt sich noch ein Abstecher zum Kerið Krater. Dort kann man einmal auf rotem Sand um den Vulkan laufen. Und auch der Nationalpark Thingvellir, wo eurasische und amerikanische Tektonikplatten aufeinander treffen, ist ein Stop wert.

Ankunft in Reykjavík

Die Sonne ging langsam unter und wir traten schnell die Abfahrt an. Nach 40 Minuten Autofahrt erreichten wir Reykjavík, wo wir unseren Mietwagen zurückgaben und in unsere Airbnb Unterkunft auf der Hauptstraße Reykjavíks eincheckten. Allgemein gibt es eigentlich auch nicht so viele Straßen in Reykjavík, es ist eine recht überschaubare Stadt, allerdings mit einer wahnsinnig jungen, kreativen Energie. Gleich nach Ankunft merkten wir, dass das Stadtbild ein komplett anderes war als in anderen Hauptstädten. Große Ketten wie Starbucks, Mc Donalds und H&M sucht man vergeblich. Dafür gibt es Street Art en masse, sowie auch schöne kleine Designläden.

Vulkankrater Kerið
Der goldene Ring
Gulfoss Wasserfall
Heisse Quellen
Islandponys
Geysir Strokkur
Þingvellir Nationalpark

Erkundungstour durch Reykjavik

Leckeren Kaffee bekommt man bei Reykjavik Roasters (Kárastígur 1) und preiswertes Essen im Laundromat Cafe (Austurstræti 9). Auf dem überdachten Flohmarkt Kolaportið (Tryggvagötu 19) kann man sich am Wochenende mit traditionellen Islandpullis, sogenannte Lopapeysa, eindecken. Wer Hunger hat, kann nebenan bei Bæjarins Beztu Pylsur ( Tryggvagata 1) günstig Hot Dogs essen. Als großer Fan von Ólafur Elíasson musste ich mir natürlich das von ihm designte Konzerthaus Harpa mit seiner mosaikartigen Fassade anschauen, dort spielt übrigens auch eine Szene der Serie Sense 8. Das Phallusmuseum ist klein und beherbergt über 200 verschiedene Penisexponate, vom Schwertwal- bis hin zur Robbe. Als Souvenir kaufte ich mir einen phallusförmigen Flaschenöffner. Die Hallgrimskirche Hallgrímskirkja ist das zweithöchste Gebäude des Landes und von oben hat man ein tolles Panorama über die isländische Hauptstadt. Der Eintritt kostet 1000 ISK, aber eigentlich kontrolliert auch keiner weiter, ob man ein Ticket gekauft hat oder nicht. Ein kleiner Spaziergang von der Kirche bringt mich an die Küste zur Skulptur Sólfarið, Sonnenfahrt, die zum Sonnenuntergang im Norden zeigt. Wir lassen den Abend im Snaps (Þórsgata 1) ausklingen, wo es deftige französische Zwiebelsuppe gibt für ca. 19 Euro.

Reykjavík
Blick von der Hallgrímskirkja
Islandpullis auf dem Flohmarkt Kolaportið
Harpa Konzerthalle
Streetart in Reykjavík
Sonnenfahrt Skulptur von Jón Gunnar Árnason

Ein Besuch in der Blaue Lagune

Am letzten Tag hatten wir noch so viel Alkohol über, dass ich Müsli mit Baileys zum Frühstück aß. Unser letzter Spaziergang durch die Stadt führte uns zu Sægreifinn (Geirsgata 8), der besten Fischbude der Stadt. Wir bestellten Hummersuppe für 1400 ISK (12 Euro) und ein paar Spieße mit frischem Fisch (1400-1800 ISK pro Spieß). Es wurde sogar Wal probiert, allerdings hab ich mich nach einem Bissen wirklich schlecht gefühlt. Danach ging es mit dem Bus in die Blaue Lagune. Wir buchten ein Tourpaket für 9250 ISK (66 Euro). Es gab auch ein günstigeres Paket, wir haben uns aber für das nächstbessere Angebot entschieden, weil dieses einen Willkommensdrink und ein kleines Geschenkpaket mit Kosmetik und Schlammmasken beinhaltete, die sich prima als Mitbringsel eigneten. Tja ein kleines Problem gab es noch, nämlich, dass wir immer noch eine halbe Flasche Gin über hatten. Es blieb uns also nichts anderes übrig als diesen vor Besuch auszutrinken. Somit hatten wir auch nochmal extra viel Spaß in der Blauen Lagune, die übrigens kein Naturwunder per se ist, denn sie wird mit geothermaler Energie betrieben. 85 Prozent der Energie Islands ist übrigens geothermal und der Großteil davon erneuerbar. Die Blaue Lagune ist natürlich ein großer Touristenmagnet und dementsprechend teuer. Wer es etwas billiger haben möchte, kann alternativ kostenlos an den zahlreichen natürlichen heißen Quellen im Land baden.

Letzter Tag und Abflug
Nordlichter haben wir leider keine gesehen, daher werde ich auf jeden Fall bald zurückkehren. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was uns damals geritten hat den Urlaub nur für vier Tage zu buchen (wahrscheinlich die Angst vorm Bankrott angesichts der Preise dort). Wir haben zwar wirklich viel geschafft in den vier Tagen, aber nächstes Mal bleibe ich besser vier Wochen. So teuer wars nun auch nicht, man muss nur etwas planen und sich darauf einstellen nicht dreimal am Tag in Restaurants essen zu gehen.

Türkises Wasser
Islandisches Moos
Islandpferde
Kirche neben Grassodenhaus
Blaue Lagune
Skógafoss
Gewächshaus

Ist Island wirklich so teuer?

Kosten: Flug mit Wow Air 148 Euro (inkl. einem Koffer, den wir uns zu viert teilten und Gebühr für Übergepäck am Flughafen auf dem Weg zurück), Mietwagen und Benzin für 2 Tage 80 Euro, 5 Übernachtungen 205 Euro, Essen (meistens eine Mahlzeit im Restaurant am Tag, ansonsten zuhause gekocht, ab und an einen Snack z.B. Hot Dogs) ca. 30 Euro am Tag, Alkohol im Duty Free ca. 12 Euro, Phallusmuseum 12 Euro, Blaue Lagune Tour 66 Euro, Taxi zum Flughafen morgens 12 Euro = ca. 715 Euro für 5 Tage

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