Ein toller Ausflug von Medellín

Ich war noch total high und überwältigt von meinem Paragliding-Flug, als ich im Bus nach Guatapé saß. Circa zwei Stunden dauert die Fahrt durch die grüne Landschaft Kolumbien. Immer wieder steigen Leute ein, die uns etwas vorsingen oder Essen verkaufen. Auf Busfahrten in Kolumbien wird man auf jeden Fall nicht verhungern. Wie auf jeder Busfahrt kommt man auch mit den Sitznachbarn ins Gespräch, so herzlich sind die Leute hier. Angekommen in Guatapé bin ich erstmal etwas überwältigt. Ganz schön viele Leute hier, obwohl es unter der Woche ist. Guatapé ist eines der beliebtesten Ausflugsziele von Medellín. Aber das bunte Dorf ist ja auch wunderschön. Klar, dass kolumbianische, sowie auch ausländische Touristen in Strömen hierher pilgern. Man sollte auf jeden Fall eine Übernachtung in Guatapé einplanen um nicht so rumhetzen zu müssen. Außerdem ist die Stadt vormittags viel entspannter, bevor die ganzen Tagesausflügler kommen. Am Hauptplatz essen wir erstmal frittiertes Eis. Habe ich das letzte Mal 2011 in China gegessen. Wir nehmen den letzten Bus Richtung Medellín, der mich im Peñol absetzt. Dort werde ich von meiner Airbnb Gastgeberin mit dem Motorrad abgeholt. Wir fahren auf einer dreckigen Straße ohne Lichter immer weiter hoch auf den Berg bis wir auf ihrer Kaffeefinca ankommen. 

Aussicht vom Fels von El Peñol
Typisches Fortbewegungsmittel

Übernachtung auf der Kaffeefarm

Am nächsten Morgen geben mir die Besitzer der Finca eine Tour. Sie zeigen mir wie sie Kaffee anbauen, rösten und abpacken. Und lassen mich natürlich davon probieren. Paradoxerweise, wird mir erklärt, wird der beste Kaffee ins Ausland exportiert. Der „minderwertige“ Kaffee bleibt in Kolumbien. Echt verrückt. Für 10000 COP (ca. 3€) kaufe ich eine Tüte ihres Kaffees. Vom Kaffee können die beiden natürlich nicht leben, deswegen bauen sie auch Avocados an und vermieten die restlichen Zimmer des Grundstücks, auf  dem sie mit zwei Katzen, drei Hunden und einem Papagei leben. Von der Finca hat man einen sensationellen Blick und sieht sogar von weitem den großen Stein von Peñol. Zum Abschied gibt sie mir noch etwas Obst mit. Ich laufe ins pueblo um den Bus zum Piedra del Peñol zu nehmen. Auf dem Weg komme ich mal wieder ins Gespräch mit ein paar Kolumbianern, diesmal mit einer älteren Dame, die sich freut, jemanden von so weit weg kennen zu lernen. Meine Kolumbien-Reise ist voll von solch kleinen herzlichen Begegnungen. Schade, dass in Berlin alles immer so unpersönlich ist.  

Aussicht von der Finca in El Peñol
Weg vom Airbnb nach Peñol

Die Attraktionen von Guatapé und El Peñol

Von Peñol nehme ich einen Bus für ca. 15 Minuten und treffe meinen Kumpel Freund am Stein  von Peñol. La Piedra de El Peñol thront imposant über der Landschaft der tausend Seen. Die Region wurde künstlich für einen Stausee geflutet und ist seitdem eine Touristenattraktion. Schon merkwürdig, wie dieser Felsbrocken einfach mal so mitten in der Landschaft steht. Der Eintritt um die 700 Treppen nach oben zu erklimmen ist teurer als die zweistündige Busfahrt von Medellín. Zum Glück ist der Weg nach oben im Schatten. Es ist ratsam, gleich morgens den Stein zu bezwingen, wenn es noch nicht so heiß ist. Manch einer wird sich fragen, wieso ein großes G auf dem Stein gemalt wurde. Die Bewohner Guatapés wollten eigentlich „Guatapé“ auf den Stein schreiben. Der Stein befindet sich allerdings zwischen Guatapé und El Peñol, dessen Einwohner die Beschriftung stoppten. Nachdem wir die tolle Aussicht vom Gipfel des Steins ausgiebig genossen, nahmen wir ein Tuktuk nach Guatapé. Dort machten wir eine einstündige Bootsfahrt. Wir kommen an den Villen von Stars und auch an Pablo Escobars alter Residenz vorbei. In Ruhe aßen wir noch zu Mittag bevor wir wieder in Richtung Medellín aufbrachen. Busse fahren im Stundentakt zurück.

typische Häuser in Guatapé werden zócalos genannt
im Hintergrund sieht man sogar den großen Stein, la Piedra de el Peñol

Wo kann man in Guatapé essen?

Wir haben am ersten Tag abends Pasta gegessen im Namaste Cafe (Cl. 32 #27-23) . Am nächsten Tag gab es bei Govindas (Cra. 28 #31 – 48) ein reichhaltiges Mittagsmenü für 16000 COP (ca. 4,50€), inklusive Suppe und riesigem frischen Saft.

Aussicht von meinem Airbnb
Der schönste Ausblick der Welt vom Fels von Guatapé

Was kosten zwei Tage in Guatapé?

Bus hin und zurück 30000 COP (ca. 9€) , Tuktuks und Busse zwischen Guatapé und Peñol ca. 5€, Übernachtung Airbnb 9€, Eintritt La Piedra del Peñol 18000 COP (ca. 5€), einstündige Bootstour in Guatapé 15000 COP (ca. 4€) = ca. 32 Euro

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