Es gibt Städte, da muss man nicht so lang verweilen. Dazu gehört definitiv Fès. Zwar beherbergt Fès die größte arabische Altstadt der Welt, 3,5 Quadratkilometer umfasst die Medina, in der man sich gleich hunderte von Jahren in die Vergangenheit zurück katapultiert fühlt -Händler und Handwerker sind dort am werkeln und Esel transportieren Güter und Müll durch die engen Gassen – allerdings sollte man zusehen, dass man nicht zu lange dort bleibt. Nach Sonnenuntergang fühlt man sich total ausgeliefert, vor allem wenn man sich verläuft – und das tut man garantiert. Dauernd fragen Leute, ob sie uns den Weg zeigen sollen, ein Mann wollte 5 Euro dafür, dass er uns einmal um die Ecke zu unserem Hotel begleitete. Man kann in Fès zwar gut shoppen gehen, ich habe unter anderem super schöne Ledersandalen gekauft, aber dafür wird man auch viel belabert, verfolgt und abgezockt. Kleiner Tipp: nicht direkt am Bahnhof in ein Taxi steigen, die Preise sind immer teurer, lieber ein paar Meter auf die Straße laufen und dort eins anhalten.

unsere Terrasse
steile, marokkanische Treppen und meine neuen Ledersandalen
arabische Schrift, so schön!

Unsere Unterkünfte in Fès

Wir hatten zum Glück nur je zwei Übernachtungen in Fès, einmal bevor wir nach Chefchaouen gefahren sind und eine Übernachtung vor unserem Abflug nach Deutschland am nächsten Tag. Das hat uns auch ehrlich gesagt gereicht. Wer länger bleiben möchte, sollte vielleicht ein Hotel außerhalb der Medina buchen, wo man sich vielleicht weniger verläuft und dann auch nicht von Leuten, die einem ständig den Weg zeigen wollen, verfolgt wird. In unserer ersten Unterkunft, einem Airbnb, hat es uns sehr gut gefallen, sogar Wasser, Milch und Tee gab es kostenlos. In unserer zweiten Unterkunft, die ich über Booking buchte, gab es keine richtigen Wände und die Familie wohnte im gleichen Gebäude und nutzte die Hotellobby als Wohnzimmer, es war daher recht laut.

Besuch der Gerberei Chouara

Ein Besuch in der Tannerie Chouara sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man schon mal in der Stadt ist. Die Gerberei existiert schon seit dem Mittelalter. Hier werden Häute von Kühen, Ziegen, Kamelen und Schafen erst in Taubenscheiße, natürlichem Ammoniak, eingeweicht und dann in den Trögen gefärbt. Gegen ein kleines Trinkgeld kann man auf den Terrassen der Ledergeschäfte einen Blick auf die harte Arbeit in der Gerberei werfen. Gegen den starken Geruch toter Tierhäute bekommt man ein Stück Minze, welches man sich direkt in die Nasenlöcher stopfen sollte.

Gerberei Chouara
Wegschild zur Gerberei
Arbeit in der Ledergerberei

Essen in Fès

In Fès haben wir ganz gut gegessen, einmal im Café Clock (7 Derb el Magana), welches auch Kochkurse, Workshops und Filmscreenings anbietet. Am Abend vor unserer Abreise nach Deutschland aßen wir noch eine letzte Mahlzeit bei Snack Malak (Boulevard Ben Mohammed El Alaoui), dort gab es eine Abschieds-Tagine mit Rindfleisch und Pflaumen , sowie das traditionelle, aus dem spanischen stammende Gericht Pastilla.

Lammburger im Café Clock
Pfannkuchen im Café Clock ist für 4 Euro inkl. Orangensaft und Minztee zu haben!
Müsli mit Obst im Café Clock

Was habe ich in Fès ausgegeben?

Fahrt mit CTM Bus von Chefchaouen nach Fès 8 Euro, Übernachtung im Airbnb 15 Euro, Übernachtung im Hotel inkl. Frühstück 12 Euro, Essen 20 Euro, Gerberei (Pay as you wish) 1 Euro, Ledersandalen 7 Euro, zwei Paar Ohrringe 2 Euro, Handy Aufladen 2 Euro (Simkarten wurden kostenlos am Flughafen ausgeteilt), Souvenirs 2 Euro, Taxikosten 7 Euro = 68 Euro für 2 Tage

Ausblick von unserer Terrasse
Fès zu verlassen tut nicht weh

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