Es gibt wohl kaum ein Land, welches so faszinierend und bizarr zugleich ist wie Nordkorea. Letztens erst habe ich den Erfahrungsbericht der Nordkoreanerin Hyeonseo Lee gelesen, der es gelang, dem Regime zu entfliehen – das Buch heißt Schwarze Magnolie und ist sehr zu empfehlen, es liest sich auch rasch durch. In Nordkorea werden Leute in Arbeitslager geschickt, wenn das Bild des Führers schief hängt oder nicht richtig gesäubert wurde, Kinder müssen öffentlichen Exekutionen beiwohnen und die Bürger wachsen in einer Umgebung voller Angst, Misstrauen und Denunziation auf. Während ihre Mitbürger an Hungersnöten sterben, wachsen Nordkoreaner durch die Medienabschottung in dem Glauben auf, ihr Land sei das größte und wohlhabendste. Es ist zu hoffen, dass sich in der Zukunft etwas ändern wird nach dem Gipfeltreffen der beiden Koreas letzte Woche.

Gebetsbänder in Imjingak
Wiedervereinigungsdenkmal am Dritten Angriffstunnel

Was ist die DMZ?

Als Reisender sollte man sich unbedingt mit der Kultur und Geschichte eines Landes auseinandersetzen. Um mehr über die komplizierte Beziehung zwischen Nord- und Südkorea zu erfahren, buchte ich über mein Hostel eine Tour zur Demilitarisierten Zone (DMZ), der Demarkationslinie der koreanischen Halbinsel. Die DMZ ist ein neutrales Gebiet, welches 1953 nach einem Waffenstillstandsabkommen eingerichtet wurde.

Blick nach Nordkorea
bunte Bänder mit Wünschen nach Wiedervereinigung

Wohin die DMZ Tour führt

Die Tour führte uns zuerst zum Bahnhof Dorasan, dem nördlichste Bahnhof Südkoreas.  Vielleicht fahren dort eines Tages wieder Züge nach Nordkorea. Mit einem Fernrohr kann man beim Dora Observatory einen Blick nach Nordkorea werfen. Den längsten Stop machten wir am 3. Invasionstunnel, durch den Nordkorea heimlich in Südkorea eindringen wollte, 1978 wurde der Infiltrationstunnel entdeckt. Anfangs leugnete Nordkorea, den Tunnel gebaut zu haben und erklärte, er sei für Kohleabbau gedacht. Schilder im Tunnel weisen allerdings darauf hin, dass es gar keine geologischen Anzeichen von Kohlevorkommen in der Gegend gibt. Am meisten berührt haben mich die vielen bunten Gebetsbänder, auf denen Wünsche nach der Wiedervereinigung Koreas stehen und Nuri-Friedenspark in Imjingak mit seinen 3000 Windrädchen.

Bahnhof Dorasan
Statuen im Friedenspark

Wichtige Informationen für einen Besuch

Wer ein Stück Zeitgeschichte erleben möchte, sollte unbedingt die DMZ besuchen. Wichtig für einen Besuch ist ein Reisepass. Photographieren ist nur an ausgewiesenen Orten erlaubt. Eine Tagestour der DMZ kostet von Seoul ca. 40 Euro.

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