Wer eine Reise nach Marokko plant, wird früher oder später auf Bilder der blauen Stadt Chefchaouen stoßen. Anfangs war ich noch ein wenig skeptisch, dachte so eine Stadt müsste eine Touristenfalle sein, voller Touris und deren Selfiesticks vor blauer Kulisse. Davon gab auch einige, aber viele von ihnen sind mit einer Tagestour unterwegs und spätestens nach 17 Uhr schon wieder weg aus der Stadt. Im nachhinein bin ich so froh, dass wir sogar drei Übernachtungen in Chaouen einlegten, denn sie ist nicht nur die sauberste, sondern auch die entspannteste Stadt Marokkos (liegt vielleicht auch an den umliegenden Haschplantagen).

Medina von Chefchaouen
Blick auf Chefchaouen
Straßenszene in Chaouen
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Schon während der Fahrt von Fès nach Chefchaouen verbrachte ich damit, die Landschaft Marokkos durch das Autofenster zu bewundern: grüne Berge, Hirten mit ihren Schafsherden und Kakteen am Wegesrand. Angekommen in der blauen Bergstadt im Rifgebirge, holte uns auch hier die Hausdame Helena ab, Adressen in der Medina findet man zum ersten Mal gewöhnlich nicht. Helena erzählt uns, dass Chaouen jedes Jahr zweimal neu bemalt wird, damit die Stadt auch weiterhin so schön blau strahlt. Blau schützt angeblich gegen den Bösen Blick, wehrt gegen Moskitos und Termiten ab und hat im Sommer einen kühlenden Effekt. Leider gab es noch nichts zu kühlen, denn Ende März war es noch echt kalt im Gebirge, nachts musste ich teilweise mit vier Decken übereinander schlafen, da die Heizung in der gesamten Unterkunft eher schlecht als recht funktionierte.

blau bis zum Horizont
Haus gegenüber unseres Lieblings Wifi Spots: Restaurant Sindibad
auch hier überall Katzen, aber auch einige Hunde wurden gesehen
I have a blue house with a blue window

Man kann in Chefchaoen vor allem zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen, besonders gut konnte ich das in unserem wunderschönen blauen Riad, wo ich viele Stunden auf der Terrasse damit verbrachte den Wolken beim Vorüberziehen zuzusehen und Sonne tankte, denn Chefchaouen war unsere letzte Station vor Abreise ins kalte Deutschland. Wem vor lauter Nichtstun die Füße schon jucken, der kann zur Moschee Bouzâafar auf dem Berg laufen, von dort hat man einen sensationellen Blick. Der Marsch dauert ca. 20 Minuten und man kommt an Kakteen und großen Aloe Vera Pflanzen vorbei.

Innenhof unserer Unterkunft
unsere Terrasse
unsere Terrassentür – wie von van Gogh gemalt

Wo kann man in Chefchaouen essen gehen?

Am besten gegessen haben wir bei Casa Hassan (22 rue Targui), einem sehr schönen Restaurant mit erlesenen Speisen. Die gute Wifi Verbindung verschlug uns den ein oder anderen Abend ins Sindibad Restaurant (Quartier Parador، Rue Ibn Asskar), wo der Eigentümer uns jedes Mal herzlich begrüßte. Gefrühstückt haben wir im Cafe Rahmouni (Avenue Hassan II) öfter, denn die Aussicht von der Terrasse ist phänomenal. Zum Geburtstags unserer Freundin bestellten wir beim Lieferdienst unserer Hausdame Helena, La Alhambra Kitchen. Wir haben ihr gesagt, wie viel wir zahlen wollen und sie stellte uns für diesen Preis eine Mischung aus Garnelenpaella und verschiedenen spanischen Vorspeisen zusammen – nach 10 Tagen marokkanischem Essen eine willkommene Abwechslung. Bestellen bzw. eine Karte anfordern kann man bei ihr unter +212 636-782296.

Straßennamen in Spanisch und Arabisch
blau, blauer, Chefchaouen
Frühstück mit Ausblick im Cafe Rahmouni
Blau ist eine warme Farbe

Was haben 3 Tage in Chefchaouen gekostet?

Airbnb 3 Nächte 82 Euro, Verpflegung 31 Euro, Ausflug nach Akchour Taxifahrt 5 Euro, Magnet und sonstige Souvenirs 8 Euro = 126 Euro für 3 Tage

Aloe Vera Pflanzen
die blaue Perle Marokkos
Kakteen in den Bergen – ein ungewöhnlicher Anblick

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